Endhaltestelle (Prolog)

25. Mai 2011

Peter war nervös. Immer wieder musterte er genau die Gegend, um sicherzustellen, dass ihn niemand entdeckte. Niemand wusste, dass er wieder in der Stadt war und das sollte auch so bleiben. Er hatte lange auf die Möglichkeit gewartet und sie nun vor ein paar Tagen bekommen. Von Anfang an war er sehr vorsichtig: sein Hotel lag weit außerhalb der Stadt und er vermied es, am Tag unterwegs zu sein. Denn wenn ihn die falschen Leute sehen würden, wäre alles vorbei, bevor es angefangen hat.

Es war eine klare Frühlingsnacht, nicht zu warm, nicht zu kalt. Peter checkte noch mal, ob er genügend Geld dabei hatte. Dann ging er langsam und aufmerksam in Richtung der dunklen Ecke, in der er verabredet war. Dort wurde er schon erwartet:

“Bernd?”

“Ja. Sind Sie der Mann mit den Schuhen?”

“Ja. Hast du das Geld?”

“Klar. Aber zeigen Sie mir erst die Schuhe!”

Der Mann mit den Schuhen holte eine Plastiktüte vom örtlichen Discounter hervor, in der ein Schuhkarton war. Er öffnete diesen leicht und hielt ihn Peter hin.

“Perfekt, genau wie bestellt.”

“Natürlich. Ich liefere immer genau wie bestellt! Und jetzt das Geld!”

Peter gab ihm die 500 Euro und der Schuhhändler verschwand grußlos um die nächste Ecke. Nun hatte Peter die nötigen Dinge, um seinen Plan umzusetzen…


Quickie

22. Mai 2011

Kurzes Update:

  • Der Bußgeldbescheid für die Aktion mit den freundlichen Herren der Zivilpolizei ist gekommen. Sie sind mir 868 Meter messend hinterhergefahren und haben dabei eine Geschwindigkeit von 152,2 km/h festgestellt, wovon aber noch 8 km/h Toleranz abgezogen werden. Damit ist es doch nur ein Aufkleber für’s Sammelheft und wegen der 2 x >25-Regelung ( 2 x innerhalb von 12 Monaten mehr als 25 km/h zu schnell = 4 Wochen Fahrverbot) muss ich mir auch keine Sorgen mehr machen…
  • Die Ergebnisse vom MRT wegen der Patellalateralisations-Geschichte waren gut: der Knorpel ist in Ordnung. Allerdings wurde ein Enchondrom festgestellt, welches nun weiter abgeklärt werden muss… Demnächst darf ich mich also im CT verstrahlen lassen.
  • Meine liebe Krankenkasse hat sich seit meinem netten Brief nicht mehr gemeldet… Sie haben aber kurz zuvor bei meinen Eltern angerufen und versucht, so meine Nummer zu bekommen. Natürlich vergeblich. Bestätigt mein schlechtes Bild von diesen Vereinen…

Einfach mal anders sein

21. Mai 2011

Der aufmerksame Leser weiß, dass ich nicht schon immer im katholischen Gottesstaat Bayern wohne, sondern eigentlich aus Berlin-Neukölln komme. Rund um das letzte Wochenende war ich mal wieder dort und es gab auch wieder eine Menge komischer Leute zu begutachten. Und eigentlich hatte ich ja geglaubt, dass mich mittlerweile so ziemlich keine Eigenart eines Menschen mehr überraschen könnte. Dann bin ich heute durch den örtlichen Kaufland in Rosenheim gelaufen und habe jemanden gesehen, der anstelle eines Einkaufswagen eine Schubkarre verwendet hat. Warum auch nicht? Einfach mal anders sein…


Gastbeitrag: Erna – Retterin vom Erdbeerfeld (Teil 2)

20. Mai 2011

Nach dem ersten Teil geht’s nun weiter mit den Gastbeiträgen von Erna:

Mark wollte seine Freundin Chantal besuchen, nachdem wir den Patienten in der Uniklinik abgeliefert haben. Meine Gehirnzellen kochten: Hat der Kerl eigentlich eine Tussi in jedem Postleitzahlbereich? Ich kann gar nicht verstehen, wie man als halbwegs intelligente Frau auf dieses arrogante Arschloch abfahren kann. Wahrscheinlich trifft er sich eh nur mit dummen Blondchen. Eine Frau mit meiner Attraktivität und Intelligenz wäre viel zu anspruchsvoll und würde ihn alt aussehen lassen! Ich hätte noch ewig in Gedanken schweifen können…

„HALLOOOO! Pummelchen!!! Was ist jetzt? Fährst du den Umweg?“

„Ähh ja klar, warum denn nicht. Mir doch egal mit wem du dich triffst!“

„Sehr gut, dann ruf ich sie gleich mal an.“

„Wer ist die Frau eigentlich?“

„Eine gute Bekannte.“

„Aber dann bitte einen Quickie, will nicht ewig warten müssen!“

„Ach Herzchen, du bist doch nur neidisch und willst mit!“

„Als ob ich’s nötig hätte! Und sicherlich nicht mit dir!“

„So wie du rumnörgelst, hattest du bestimmt schon ein halbes Jahr keinen Sex mehr.“

„Das… das stimmt doch gar nicht! Ich hatte… Sex… also… Wir fahren jetzt!“

Mark konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Wir sammelten unseren Patienten ein und fuhren in Richtung Autobahn. Die Fahrt war eher langweilig und der Patient sehr nervig. Aber ich war ja Fahrerin und musste mich nicht mit unserem Kunden unterhalten. Am Ziel traf sich Mark wie geplant mit seiner guten Bekannten, die zu meinem Erstaunen brutal hässlich war. Dass er mal so verzweifelt sein könnte, hätte ich ihm nicht zugetraut. Für einen kleinen Moment dachte ich, dass er vielleicht doch nicht so ein Arschloch ist, wie ich immer dachte. Aber nur für einen kurzen Moment…

Wir fuhren wieder in unseren Leitstellenbereich und bekamen gleich den nächsten Einsatz: Notfall nach Schlangenbiss. Ich bekam ein bisschen Panik: Hoffentlich war die Schlange nicht mehr da. Oder vielleicht meinte der Anrufer seine Frau? Konnte man ja nie wissen…

Also mit Blaulicht und Tröte ab ins Dorf. Dort angekommen, wurde Mark sehr unruhig. Er wollte erst gar nicht aussteigen und seine Blicke schweiften von rechts nach links, von unten nach oben. Ich musste innerlich grinsen. Der ach so starke und taffe Mark hatte doch nicht etwa Angst vor Schlangen? „Das wird sicher amüsant“, dachte ich. Von der Schlange fehlte zunächst noch jede Spur, genauso wie vom Patienten. Nach ein bisschen Suche fanden wir die Frau und ihren toxischen Ehemann dann im Garten hinter dem Haus. RTW und Notarzt trafen kurz darauf auch ein und nachdem wir die Info hatten, um welche Schlange es sich handelte, spurtete ich zum Funk um zu klären, wohin der Patient transportiert werden sollte:

„Leitstelle für KTW 08/15“

„Hier die Leitstelle, kommen“

„Patient toxisch nach Schlangenbiss einer Mamba, Notarzt und RTW anwesend“

„Ja der Transport geht nach München“

„Mit Heli?“

„Wie ist denn der Blutdruck?“

Ich war einen kurzen Moment sprachlos. Was will die wissen? Den Blutdruck? Geht’s noch? Die soll ihren Job machen und nicht Müll labern. Einmal mit Profis…

„92/56; Puls 112,73“

„Hä? Also Schockzustand?“

„… Wann kommt der Heli?“

„Ist der Patienten denn stabil genug für den Hubschrauber?“

„Der Doktor sagt ja.“

„Ist das sicher?“

„Wollt ihr den Namen der Schlange auch wissen?“

„Bitte..?“

„Ja, der Heli kann auf dem Feld vor dem Haus landen. Ich melde mich telefonisch“

„Verstanden.“

Nicht zu fassen. Werden die nach Anwesenheit bezahlt oder fürs Denken? Besser nicht weiter drüber grübeln… Ich sollte mich mal wieder meinem Patienten zuwenden. Auf dem Weg ins Haus hörte ich plötzlich einen lauten Schrei…


Suchbegriffe

3. Mai 2011

Laaaaaange musste ich warten, aber jetzt habe ich auch ein paar interessante Suchbegriffe zusammen, mit denen Leute auf dieser Seite gelandet sind:

taxi rosenheim+beschwerden Jo, da gibt es immer wieder genügend Grund zu. Die hellsten Taxifahrer gibt es bei uns jedenfalls nicht…

spaß an der arbeit Da bist du bei mir völlig falsch

rotkreuz einsatz bei betrunkenen Kommt durchaus mal vor…

chef fickt arbeiterin Ähm? Wieso zur Hölle landet man mit so einer Suche auf meinem Blog?

bayern nerven Manchmal schon, aber man lernt, damit zu leben…

kann mann eine zugbindung aufheben Der Mann am Service-Point kann das. Die Frau dort aber auch.

pipsen bei gekauften kleider Sah der Verkäufer komisch aus und war hektisch?

hilfe ich gehöre nicht wirklich in meine klassengemeinschaft Klasse wechseln? Oder Kopf zu und durch…

choleriker frauentausch Du meinst den Andreas aus der Industrie? Aber der ist doch nicht cholerisch, der ist immer ganz ruhig! ;)

regionalexpress tür öffnen Bei allen modernen Wagen -> Knopf drücken. Bei den alten n-Wagen Hebel runterdrücken, am besten mit viel Kraft, dann klappt’s auch.

psychopath andreas aus der industrie Er IST kein Psychopath!

was muss man haben um erstehilfe unterricht zugeben Och… Ahnung von erster Hilfe schadet nicht. Ahnung von Didaktik auch nicht, aber das wird nicht so eng gesehen…


Twitter-Highlights April 2011

2. Mai 2011

Gastbeitrag: Erna – Retterin vom Erdbeerfeld (Teil 1)

1. Mai 2011

Der erste Gastbeitrag auf meinem Blog kommt von Erna. Wer sie ist und was sie macht, erzählt sie euch selber…

Heute ist Montag. Ich hasse Montage! Das Wochenende ist vorbei, ich muss früh aufstehen und, noch viel schlimmer: ich muss heute mit Mark, diesem Schönling, fahren. Mark geht mir grundsätzlich auf die Nerven mit seinem obercoolen Auftreten: Seht mich an, ich bin Mark und kann alles. Boooaaah!! Wo ist meine Fenta..!?

Aber lieber zu meiner Person: Ich heiße Erna. Mein Alter ist nicht so wichtig, ändert sich eh jedes Jahr wieder. Ich arbeite im Rettungsdienst als eine der wenigen Frauen an unserer Wache. Meinen Spitznamen „Miss Erdbeerfeld“ bekam ich, als ich mir bei einem Einsatz einen Nagel an der Patiententrage abgebrochen habe und dabei einen fürchterlichen Schreikrampf bekam. Manche Leute behaupten auch, dass ich den Namen bekommen habe, weil ich Mullbinden als Tamponersatz verwende, aber das ist natürlich nicht wahr! Ich bin auch etwas schusselig was einige Dinge betrifft, versuche das aber durch meine besserwisserische Art zu kaschieren, was meinen Beliebtheitsgrad nicht unbedingt steigert…

Zurück zum Montag: Ich habe mich gerade umgezogen und schreite mit elegantem Hüftschwung den Flur entlang, als Mark um die Ecke biegt. Natürlich zehn Minuten vor Dienstbeginn und noch nicht mal umgezogen. Was denkt der sich eigentlich!?

„Guten Morgen Erna, mal wieder keine größere Hose im Lager gewesen, oder?“

„Äaah, also. Was soll denn das jetzt heißen?“

„Passt schon, betont deinen dicken Hintern super!“

„Mark! Zieh dich endlich um, anstatt meinen Hintern zu begutachten… wir müssen das Auto noch checken. Heut ist Monatswechsel und das bedeutet mehr Arbeit weil wir, …“

„Jaaa ist gut. Stress doch nicht gleich am Montagmorgen“

Er verschwand in der Umkleidekabine und nuschelte noch irgendwas wie „Zicke“. Selber Zicke! „Dein dicker Hintern“…pfff der kann mich mal! Ich finde meinen Hintern toll!

Ich packte meine Sachen in unser Auto für Heute und wartete bis Mark endlich so weit war, dass wir uns anmelden konnten zum Dienst. Mark und ich kannten uns schon seit der Ausbildung. Damals war ich total verliebt in ihn, aber er nannte mich immer nur „Zahnspangenfresse“. War wohl seine Art mir zu sagen, dass er mich eigentlich auch mag. Er war damals so schlau und witzig, einfach süß. Mir hat es auch nie was ausgemacht, dass er mich im Sommer in der Waschhalle beim Autowaschen immer nass gemacht oder alle S-Handschuhe versteckt hat. Hach ja…

Aber jetzt kann ich ihn nicht mehr leiden. Eigentlich weiß er doch nicht so viel, im Grunde beschränkt sich sein Wissen auf die Telefonnummern unserer blonden Patientinnen. Wo bleibt er eigentlich? Wir sind schon drei Minuten über Schichtbeginn.

Da rumpelte es plötzlich auf dem Beifahrersitz:

„Sooo Herzchen! Wo fahren wir hin?“

„Wir sind noch nicht mal angemeldet weil DU schon wieder zu spät bist!“

„Hab vergessen dass du nicht fähig bist Sachen ohne meine Hilfe zu erledigen“

„Kann ich sehr wohl! Ich wollt nur…“

„Ja ja, komm laber ned so viel….sonst krieg ich wieder Kopfweh“

Mark meldete sich bei der Leitstelle an und wir durften als erstes gleich in eine weit entfernte Stadt fahren mit einem Patienten aus der Rehaklinik hier in der Nähe. Ich gab die Adresse ins Navi und fuhr Richtung Tor, als Mark mir einen Vorschlag unterbreitete…


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